PESTMUSIK

Chants against the plague – Gesänge gegen die Pandemie

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In diesem hochaktuellen Konzertprogramm beschäftigen wir uns mit Gesängen aus der Zeit der großen Pestepidemie, die 1347 begann und in Europa Millionen von Menschenleben forderte.

Recordare domine aus der Pestmesse

Ab dem Jahre 1347 zogen mehrere Tausend Menschen paarweise in langen Prozessionen durch die Städte und züchtigen sich auf öffentlichen Plätzen nach einem streng festgelegten Ritual mit Geißeln. Die deutschen Gesänge dieser Geißlerbewegung, hat der Chronist Hugo von Reutlingen gehört und aufgezeichnet.
Der katholischen Kirche waren diese blutigen Bußpraktiken von Laien nicht fremd, aber als diese Bewegung aus Angst des nahen Todes durch die Pest und das zu erwartende Fegefeuer immer größer wurde, schritt Papst Clemens VI. ein. Er verfasste eine Bulle, verhängte ein Verbot gegen diese Praktiken und stellte im Jahr 1348 selbst eine offizielle „Messe gegen die Pest“ zusammen, die er Missa pro vitanda mortalitate (Messe zur Vermeidung des Todes) betitelte.
Eine Handschrift dieser Messe wurde 1496 von einem Mönch Amandus geschrieben und eine Rubrik bezeugt dort die Missa contra mortalitates homini, fame et pestilencia (Messe gegen die Sterblichkeit der Menschen durch Hunger und Pestilenz):

Nun liegt es auf der Hand, die anarchischen Geißlergesänge der Laienbewegung und diese spezielle päpstliche Meßfeier gegen die Pest wieder zum Erklingen zu bringen. Die Aktualität dieser Musik zu Zeiten der Coronapandemie könnte größer nicht sein. Ergänzend werden mehrstimmige Gesänge für die beiden Pest-Heiligen Sebastian und Rochus erklingen.