ORDO VIRTUTUM _ Seminar über die Musik Hildegard von Bingens

Lade Karte ...

01.03.19 - 03.03.19
17:00 - 14:00

Dorfkirche Hohenkirchen, Hohenkirchen


ORDO VIRTUTUM _ Seminar über die Musik Hildegard von Bingens

Dieses Seminar taucht ein in die wundersame musikalische Welt der eigenwilligen Äbtissin und Visionärin Hildegard von Bingen.

Genau 840 Jahre nach dem Ableben Hildegard von Bingen’s im Jahr 1179 beschäftigen wir uns mit ausgewählten Kompositionen dieser weltberühmten Universalgelehrten auf der Basis der Originalhandschriften des 12. Jahrhunderts.

Die einstimmigen musikalischen Werke Hildegard von Bingens sind uns heute in zwei Hauptquellen überliefert, dem “Dendermonde Kodex“ (um 1170) und dem sogenannten “Riesenkodex” (um 1176). Der großformatige “Riesenkodex” bietet neben dem bis auf zwei Gesänge kompletten Bestand des “Dendermonde Kodex” noch weitere Kompositionen: ein Kyrie eleison und ein Alleluia für die Messfeier sowie das pädagogische Singspiel “Ordo Virtutum”.

ORDO VIRTUTUM ist ein liturgisches Drama und besteht aus 77 unterschiedlichen kurzen und längeren Gesangsstücken für Soli und Chor. Es handelt von einer menschlichen Seele (anima), welche vom Teufel dazu verführt wird, die Klostergemeinschaft zu verlassen und sich den Freuden des weltlichen Lebens hinzugeben. Aber der Chor der Propheten und Patriarchen sowie einzelne personifizierte Tugenden wie Demut (Königin der Tugenden), himmlische Liebe, Verachtung der Welt, Disziplin, Nächstenliebe, Bescheidenheit, Barmherzigkeit, Keuschheit und Gottesfurcht retten die Seele aus den Fängen des Teufels und sie kehrt zurück in die klösterliche Gemeinschaft. Der Teufel singt in diesem Stück nicht. Er spricht, flüstert und schreit, denn Hildegard ist offenbar der Meinung, dass der Teufel nicht singen kann!

Die Kompositionen Hildegard von Bingen’s sind in deutscher Neumenschrift auf vier Linien notiert, von denen die F-Linie rot und die C-Linie gelb eingefärbt ist. C- und F-Schlüssel werden durchgängig verwendet, die Vorzeichen b (b-molle) und h (b-quadratum) kommen regelmäßig vor. Durch die Notenlinien gelingt es problemlos, die originalen Melodien zu entschlüsseln und so können sie nach über 800 Jahren wieder zum Erklingen gebracht werden.

Neben einer Auswahl aus dem einstimmigen Werken Hildegards sollen auch einige mehrstimmige Kompositionen des 12. und 13. Jahrhunderts einstudiert werden.